Aktuelles

John Elsas: „Aus den silbernen Wolken” in der Celler Synagoge

Der jüdische Frankfurter Börsenmakler John Elsas zeichnete im Alter kleine bunte Bildgeschichten für seine Enkel, wechselte dann zu Collagen und Aquarellen und begann damit eine späte künstlerische Karriere. Bereits zu seinen Lebzeiten wurden seine Bilder in fünf Ausstellungen gezeigt und in Besprechungen von Kunstkritikern gewürdigt. Nach seinem Tod geriet der Künstler in Vergessenheit und wird nun seit etwa 20 Jahren wiederentdeckt. Der größte Teil des Nachlasses von zirka 20.000 Werken befindet sich heute in einem Schweizer Museum, ein anderer Teil gehört einem Privatsammler in der Schweiz. Aus diesem Bestand, der Sammlung Florence Gottet, wird in Celle  eine Auswahl von 80 Bildern gezeigt, die einen lebendigen Eindruck von Phantasie, Gestaltung und Ausdruckskraft von John Elsas vermittelt.

 

Celler Synagoge, Im Kreise 24, 13. Januar bis 26. März 2017;

Veranstalter: Stadtarchiv Celle in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V.

  

Albert König - späte Werke in Unterlüß

Die aktuelle Ausstellung im Albert-König-Museum Unterlüß widmet sich wieder einmal dem Spätwerk Albert-Königs. Die gezeigten Bilder stammen aus dem eigenen Bestand des Museums. Thema sind die Baum- und Kieselgurbilder, die der Künstler in den letzten 15 Jahren seines Lebens geschaffen hat.

 

Nach seiner Ausbildung in München und Berlin ließ sich König 1911 in seiner Heimat Eschede nieder. Ein Umzug von Eschede nach Unterlüß im Jahr 1927 veränderte sein Leben und seine künstlerische Arbeit. Schon immer war die Landschaftsmalerei ein wichtiger Aspekt in seinem künstlerischen Schaffen, in Unterlüß aber wird die Natur zum alleinigen Thema seiner künstlerischen Arbeit.

Die Landschafts-malerei mit den Darstellungen der Kieselgurgruben bei Unterlüß in Königs Spätwerk verdient besondere Aufmerksamkeit. Als einziger Maler hat König die auf den Raum zwischen Munster und Unterlüß beschränkten Lagerstätten dargestellt. Königs bewusste und konsequente Beschränkung auf die beiden Hauptthemen seiner Spätzeit, Baumportraits und Kieselgur-gemälde, zeigt, dass er diese Werkgruppen als den wesentlichen, den ureigentlichen Ausdruck seiner bildenden Kunst ansah. Königs Kieselgurlandschaften liegt ein tiefes Wissen um mythologische und volkskundliche Vorstellungen zugrunde. Die Ausstellung zeigt insgesamt vier Kieselgurgemälde und zwölf Aquarelle aus den Kieselgurgruben.

 

Neben den Kieselgurgruben werden Bäume oder Baumgruppen in den Vordergrund gerückt. Besonders Solitärbäume, die durch ihre bizarren Wuchsformen gekennzeichnet waren, regten seine Fantasie an. Von 1928 zeichnete der Künstler diese Urwaldriesen unmittelbar vor der Natur. Bis zum Beginn seiner Krankheit 1942 schuf er insgesamt 132 Zeichnungen. Diese Zeichnungen später alle als Tafelbilder auszuführen, konnte König nicht mehr verwirklichen.

 

Die zerborstenen, mit geschwulstartigen Verwachsungen behafteten Bäume sieht der Künstler als selbstständige, schicksalsbeladene Individuen, vergleichbar der menschlichen Existenz. Den Besucher erwartet in diesen Arbeiten eine inhaltliche und formale Eigenständigkeit, die in ihrer Bedeutung und Wichtigkeit noch lange nicht ausreichend gewürdigt worden ist.

 

Die Ausstellung ist bis zum 23. April 2017 zu sehen. Das Museum ist samstags & sonntags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Führungen sind nach Vereinbarung jederzeit möglich.    

 

„Busy Girl. Barbie macht Karriere“ im Bomann-Museum Celle

Von November bis April können große und kleine Fans der Barbiepuppe im Bomann-Museum auf 500 Quadratmetern die bunte Welt der Barbie entdecken. Der Schwerpunkt ist dabei auf die vielfältigen Kostüme gelegt, die Barbie in ihren zahlreichen Berufen trägt.

 

Mit seltenen Sammlerstücken, Barbie-Häusern und Zubehör der vergangenen Jahrzehnte richtet sich die Ausstellung an alle, die den Wandel des Frauenbildes und den modischen Zeitgeist der letzten Jahrzehnte verfolgen wollen. Die von den Sammlerinnen Bettina Dorfmann und Karin Schrey entwickelte Ausstellung zeigt  Barbies aus ihrem Privatbesitz und wird durch Themen des Bomann-Museums ergänzt. Die  weltgrößte Sammlung von Bettina Dorfmann hat es sogar ins „Guinnessbuch der Rekorde“ geschafft.

 

Die Ausstellung ist vom 20. November 2016 bis 17. April 2017 zu sehen.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

 

Das umfangreiche Begleitprogramm mit Führungen, Tauschbörse, Sammlerberatung und Workshops für kleine und große Barbiefans können Sie hier downloaden (Dateisymbol anklicken):

 

Programmflyer
BMC-Barbie-Prg-Flyer-Web.pdf
PDF-Dokument [992.0 KB]

Ab 12.11.: Miniaturen aus der Zeit des Barock der Sammlung Tansey

Im Mittelpunkt der sechsten Epochenausstellung der Tansey Miniatures Foundation steht die Bildnisminiatur des 17. und des beginnenden 18. Jahrhunderts. Diese wenig bekannte, aber besonders glanzvolle Zeit der Barockminiatur wird anhand von 120 Werken aus der Sammlung Tansey vorgestellt.

 

Der dazu im Verlag Hirmer erscheinende, zweisprachig – Deutsch und Englisch – angelegte, umfassende Katalogband mit internationalen Fachbeiträgen ist wegweisend, da eine wissenschaftliche Darstellung dieser Epoche für die Miniaturmalerei bisher ausstand. Die Werke können in originalgroßen Farbabbildungen und vielen vergrößerten Details miteinander verglichen werden. Buch und Ausstellung ermöglichen einen umfassenden Einblick in die Kunst der Miniaturmalerei dieser prachtvollen Epoche.

 

Ab 12. November im Bomann-Museum Celle.

 

Ausstellung "International Style Haifa" in der Synagoge Celle

Der einzigartige Panoramablick an der Mittelmeerküste Haifas hat schon in den 1930er und 1940er Jahren die Architekten fasziniert. Es entstand eine bemerkenswerte Vielfalt moderner Architektur im Internationalen Stil.

 

Die Berliner Fotografin Stephanie Kloss hat das Erbe dieser Haifaer Moderne in ästhetisch anspruchsvollen Fotografien porträtiert.

 

7. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 Celler Synagoge, Im Kreise 24.

 

Veranstaltet vom Stadtarchiv Celle in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e. V. und der Jüdischen Gemeinde Celle e. V.

 

Ausblick 2017: Zeichen setzen. 500 Jahre Reformation in Celle

 

Anlässlich des Gedenkens an 500 Jahre Reformation – 1517 veröffentlichte Martin Luther seine Thesen zum Ablasshandel – zeigt das Bomann-Museum Celle zusammen mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss und der evangelischen Stadtkirche St. Marien im Jahr 2017 eine gemeinsame Sonderausstellung mit mehreren Ausstellungsorten.

 

Vier Ausstellungen an drei nahe beieinander liegenden Standorten im Herzen von Celle vermitteln unter dem gemeinsamen Titel „Zeichen setzen“ ein vielfältiges Bild der Reformation und ihrer Einführung in Celle aus verschiedenen Perspektiven.

 

Im Bomann-Museum wird zunächst in einer historischen Einführung die Bedeutung einer der frühesten Kirchenordnungen für ein Territorium hervorgehoben: Bereits 1527 beschließt Ernst der Bekenner die landesweite Einführung der Reformation. Der zweite Ausstellungsteil im Bomann-Museum widmet sich der Reformation und den Folgen aus gegenwärtiger Sicht. Ausgehend von der Frage, warum und wie 2017 das Reformationsjubiläum gefeiert wird, blickt die Ausstellung auf den gegenwärtigen Protestantismus und setzt ihn in Bezug zu Luther.

 

Das Residenzmuseum stellt mit der bedeutenden Celler Schlosskapelle ein bis heute beeindruckendes Gesamtkunstwerk vor, das Ausdruck reformatorischen Wirkens und neuer Selbstbestimmung protestantischer Fürstenherrschaft ist. In der Stadtkirche geht es insbesondere um die Darstellung der Inhalte der Reformation mit ihren Auswirkungen auf das kirchliche Leben in heutiger Zeit.

 

Link zur Website: www.reformation-in-celle.de