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Bomann-Museum Celle: "es beginnt. die 50er Jahre. Eberhard Schlotter in Darmstadt.“

Am Sonntag, dem 3. Juli, um 11.30 Uhr eröffnet die Eberhard Schlotter Stiftung im Bomann- Museum Celle die Jubiläumsausstellung „es beginnt. die 50er Jahre. Eberhard Schlotter in Darmstadt.“

 

Anlässlich des 95. Geburtstages von Eberhard Schlotter (1921-2014) fokussiert die Ausstellung das erste auffallend produktive Schaffensjahrzehnt des Malers und Grafikers. Sie folgt der künstlerischen Entwicklung von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Aufbruch nach Spanien in den 50er Jahren. In der umfangreichen Präsentation treten markante Arbeiten Eberhard Schlotters in direkten Dialog mit Werken damaliger Künstlerkollegen. Es ist die erste Ausstellung der Eberhard Schlotter Stiftung Celle, in der  spannungsreiche Bezüge zu anderen künstlerischen Positionen hergestellt werden.

Eberhard Schlotter begann in den 50er Jahren künstlerisch aufzubrechen. Er zog 1945 nach Darmstadt - ein kunstpoli-tischer Brennpunkt der Nachkriegszeit. Bis zu seinem Rückzug in die Einsamkeit des spanischen Fischerdorfes Altea, wurde diese Stadt sein Lebens- und Schaffens-mittelpunkt. Leidenschaftliche Diskussionen und intensiver Austausch innerhalb der Darmstädter Kunstszene prägten diese Phase, in der Eberhard Schlotter eine eigene, eigenwillige Handschrift entwickelte. Die Arbeiten, die in dieser künstlerisch turbulenten Zeit entstehen, erzählen von Einflüssen, Anregungen, Abgrenzungen und Reibungspunkten. Sie laden ein, Eberhard Schlotters frühe künstlerische Orientierung zu durchwandern und schärfen die Sinne für die subtilen Nuancen in einem Werk, das in den 50er Jahren zwischen gesellschaftlicher Verpflichtung künstlerischem Ausbruch auf einen Wendepunkt zusteuert.

 

In einem Sonderbereich werden zusätzlich zur Ausstellung ausgewählte Fotografien aus neun Jahrzehnten gezeigt: Vom privatem Schnappschuss bis zum professionellen Künstlerporträt von Loek Groenendijk geben diese Bilder mitunter sehr persönliche Einblicke in das Leben Eberhard Schlotters.

 

Die Ausstellung wird durch Mittel des Lüneburgischen Landschafts-verbandes und durch Leihgaben von öffentlichen und privaten Leihgebern unterstützt.

 

Kräutergarten- und Handwerkertag im Dorfmuseum Langlingen

Das blühende Leben im Dorfmuseum Langlingen: Im Kräutergarten mit seinen zahlreichen Heil- und Gewürzpflanzen erhalten Sie Informationen zu Aufzucht und Nutzen der Kräuter. Am großen Kräuterstand werden viele Pflanzen zum Verkauf angeboten.

 

Handwerker zeigen, z. B. beim Spinnen, Flechten, Schmieden, Drechseln und Restaurieren, wie mühsam in früheren Jahren so mancher sein Geld verdienen musste. Natürlich sind auch die Räume des Museums geöffnet. Mitglieder des Förderkreises stehen gern für Fragen und Erklärungen zur Verfügung.

In der Museumskaffeestube kann man selbstgebackenen Kuchen genießen. Der Eintritt ist frei.

 

Termin: Sonntag, den 10. Juli 2016, von 13.00 bis 17.00 Uhr im Dorfmuseum Langlingen.

 

"Ertragen können wir sie nicht": Ausstellung über Martin Luther und die Juden in der Celler Synagoge

Die Wanderausstellung '„Ertragen können wir sie nicht“ – Martin Luther und die Juden' informiert über Martin Luthers' Verhältnis zu Juden und Judentum im historischen und theologischen Kontext. Die Frage der Beziehung zum Judentum zieht sich als roter Faden durch die Theologie Martin Luthers. Vertritt er in den 1520er-Jahren eine vermeintlich judenfreundliche Haltung, so findet man in den 1540er Jahren Sätze voller Hass und Verachtung.

 

Die Ausstellung "Martin Luther und die Juden" wurde von der Pastorin Hanna Lehming, der Referentin und Beauftragten der Nordkirche für Christlich-Jüdischen Dialog, konzipiert und erstellt. „Der Reformator war ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, aber auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann. Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden für den größten Feind des Christentums“, so Hanna Lehming.

 

Ausstellungsdauer: 7. Juli bis 25. September 2016 in der Celler Synagoge, Im Kreise 24, Celle.

Veranstalter: Stadtarchiv Celle in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. und der Jüdschen Gemeinde Celle e. V.

 

Bomann-Museum präsentiert "Textile Vielfalt"

Ab Donnerstag, dem 2. Juni bietet das Bomann-Museum Celle Einblicke in seine umfangreiche Textilsammlung. Aus Anlass der am 11. und 12. Juni in Celle stattfindenden Patchworktage der Patchwork Gilde Deutschland e. V. hat das Museum Schätze aus dem Depot gehoben und zeigt viele Stücke erstmals der Öffentlichkeit.

Die Ausstellung präsentiert Kleidung, Gebrauchs- und Schmucktextilien, die in den verschiedensten Techniken gearbeitet wurden und aus insgesamt vier Jahrhunderten stammen. Die meisten Objekte waren noch nie in Ausstellungen zu sehen.

 

Stick-, Strick- und Stopfmustertücher, Pensionatsstreifen und Schultücher stehen beispielhaft für die Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen in Handwerkstechniken und zeigen auch die Moden der Handarbeit in verschiedenen Zeiten. Patchworkdecken aus dem 18. und 19. Jahrhundert geben Aufschluss über Stoffmoden und die Verarbeitung, bevor die Nähmaschine erfunden war. Trachtenelemente, insbesondere kunstvoll gesteppte Hauben, repräsentieren die ländliche Kleidung, während modische Kostüme vom Empire bis in die 1980er Jahre den gehobenen Chic im Wandel der Zeiten vorführen.

 

Laufzeit der Ausstellung: 2. Juni bis 31. Juli 2016.

 

Bilder aus Worpswede im Albert-König-Museum Unterlüß

Es ist schon fast eine Tradition, dass sich das Albert-König-Museum in Unterlüß in unregelmäßigen Abständen mit der Kunst Worpswedes beschäftigt. Nach Präsentation des Werkes einzelner Künstler wie etwa Otto Modersohn, Hans am Ende oder Heinrich Vogeler, zeigt das Museum jetzt eine große Übersichtsaustellung, in der die Gemälde der Gründergeneration einen fulminanten Höhepunkt bilden, neben denen aber auch die Werke der späteren Meister bestehen können.

 

Die Bilder stammen aus der Lilienthaler Kunststiftung, in die das Sammler-Ehepaar Monika und Hans Adolf Cordes 2003 seine in vielen Jahren gesammelten Schätze eingebracht hat und die bis heute weiter gezielt vervollständigt werden. Zusätzlich werden in der Ausstellung mehrere wichtige Werke von Fritz Overbeck und Hans am Ende aus der Sammlung des Museums am Modersohn-Haus in Worpswede gezeigt.

Insgesamt ergibt sich so eine wirklich hochwertige Ausstellung, wie sie sonst nur in den großen Häusern zu sehen ist. Dabei sind es nicht nur die international berühmten alten Meister, deren Werke herausragen und besonders hervorzuheben sind. Denn in der Region Worpswedes haben weitere früher in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannte Künstler gelebt und gearbeitet, deren Namen heute aber leider nur noch wenigen, meist fachlich interessierten Besuchern etwas sagen. Als Beispiel seien Christian Ludwig Bokelmann und Heinrich Breling genannt, deren Arbeiten kaum noch ausgestellt werden, hier aber mit herausragenden Beispielen ihrer Kunst zu sehen sind. 

   

Unter den zahlreichen Malern, die der Gründergeneration bis in die heutige Zeit nachgefolgt sind, haben die Sammler eine kluge Auswahl getroffen. Sie haben nicht nur darauf geachtet, Bilder der besten Maler zu erwerben, sondern hierbei auch noch auf besondere Qualität geachtet. So können in der Ausstellung bemerkenswert gute Arbeiten etwa von Udo Peters, Walter Bertelsmann oder Albert Schiestl-Arding präsentiert werden. Einen besonderen Hinweis verdienen noch die Bilder von Lisel Oppel, deren Arbeiten zu den gesuchtesten Werken der zweiten Generation Worpswedes gehören. Auch diese Malerin ist mit typischen Arbeiten in der Ausstellung vertreten.

 

Die Ausstellung im Albert-König-Museum Unterlüß ist vom 08.05. bis zum 24.07.16 immer dienstags bis sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.

 

"Ästhetik des Verfalls" im Deutschen Erdölmuseum Wietze

Verlassene Industrieanlagen mit zugewucherten Produktions-hallen, verrosteten Maschinen und abblätterndem Putz sind Orte mit einem ganz besonderen Charme, dem sich die Meeresbiologin Antje Kakuschke nicht entziehen kann.

 

Seit ihrer Jugend begeistert sie sich für Fotografie, nicht zuletzt motiviert durch ihren Großvater, den Dresdner Maler und Grafiker Alfred Hesse (1904-88). Den Landschaftsmaler führten Auftragsarbeiten des Öfteren in volkseigene Betriebe (VEBs) und landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs). So vermittelte er seiner Enkelin bei zahlreichen gemeinsamen Ausflügen nicht nur den Blick für besondere Details oder außergewöhnliche Perspektiven in der Natur, sondern auch den Sinn für die Architektur.

 

Während ihres Studiums der Biologie – bei dem man mit Zeichenstift und Kamera Pflanzen, Tiere und Landschaftsformen dokumentiert – verstärkte sich ihr Interesse an der Fotografie. In der Universitätsstadt Halle, deren Erscheinungsbild nach der deutschen Wiedervereinigung durch viel Leerstand geprägt war, wurden die stillgelegten Industriekomplexe aus dem 19. und 20. Jahrhundert Ziel etlicher Fototouren.

 

Neben der Natur- und Tierfotografie, der Antje Kakuschke insbesondere als Lecturer auf Antarktisreisen nachgeht, gilt bis heute ihr fotografisches Interesse der Ästhetik des industriellen Verfalls. Nicht zuletzt, da diese „Zeitreisen“ sie immer wieder an Orte führen, die die gebürtige Dresdnerin aus ihrer Kindheit kennt.

 

Die Mehrzahl der in der Ausstellung gezeigten Urbex-Fotos von "Lost Places" sind daher in ehemaligen Betrieben in Mitteldeutschland entstanden, die als Zeugen einer bedeutenden industriellen Vergangenheit dem Verfall preisgegeben sind.  Andere Aufnahmen zeigen Motive aus Berlin und Nordrhein-Westfalen.

 

Verlängert bis zum 30. Juni 2016. Einlass zu den normalen Öffnungszeiten (letzter Einlass eine Stunde vor Schließung).