Arno-Schmidt-Stiftung Bargfeld

Die ›Wirkliche Welt‹?: ist, in Wahrheit, nur die Karikatur unsrer Großn Romane!

 

Arno Schmidt, geboren am 18. Januar 1914 in Hamburg, zog sich 1958 zusammen mit seiner Frau Alice in das kleine Dorf Bargfeld bei Celle zurück, um in Ruhe schreiben zu können. Nach dem Krieg lebte er zunächst als Dolmetscher in Benefeld bei Walsrode, dann als freier Schriftsteller, Übersetzer und Rundfunkautor in Gaubickelheim, Kastel an der Saar und Darmstadt. Seine erste, aufsehenerregende Veröffentlichung »Leviathan« (erschienen 1949) war wie die folgenden Romane – zum Beispiel »Schwarze Spiegel« (1951), »Das steinerne Herz« (1956), »Die Gelehrtenrepublik« (1957) – geprägt von Pessimismus, was die Zukunft der Menschheit anbelangte. Schmidts Sprache orientiert sich am Expressionismus, seine Experimente mit verschiedenen Prosaformen dienen stets dem Ziel, den Leser unmittelbar in die Erzählung hineinzuziehen. Sein Witz und seine Beobachtungsgabe lassen seine Werke Jahrzehnte nach ihrer Niederschrift immer noch frisch erscheinen.

 

Das sprachschöpferische, umfangreiche Hauptwerk "Zettel’s Traum" (1970) entstand in mehreren Jahren in der Bargfelder »Selfmadeworld« und spielt auch dort. Vor allem die norddeutsche Landschaft hatte es dem Autor angetan. In »Kaff auch Mare Crisium« (1960) schildert er Pflanzen, Wälder und Bäche so minutiös, wie er sie auch auf über 2000 Dias festhielt, die er in und um Bargfeld aufnahm. Am 3. Juni 1979 starb Arno Schmidt an den Folgen eines Gehirnschlags im Krankenhaus Celle.

 

Das eigene Hüttlein – 1 Morgen Haide drumrum; im schattigen Birkenlaub wiegt sich die Fernsehantenne.

 

Arno Schmidts Bibliothek und seinen Arbeitsplatz kann man heute in Bargfeld nach Voranmeldung besichtigen. Die Arno-Schmidt-Stiftung, 1981 von Alice Schmidt und Jan Philipp Reemtsma gegründet, erhält Schmidts Wohnhaus und den an die Umgebung angepassten Garten mit der Grabstelle von Arno und Alice Schmidt. Im Stiftungshaus sind wechselnde Ausstellungen aus dem Nachlass Arno Schmidts zu sehen, der in Bargfeld aufbewahrt wird. Die Arno Schmidt Stiftung betreut außerdem die Werkausgabe und verschiedene Ausstellungen zu Arno Schmidt und ermöglicht die wissenschaftliche Aufarbeitung seines Nachlasses.

 

 

Anschrift: Unter den Eichen 13, 29351 Eldingen (Bargfeld)

Telefon: 05148/920 40

Internet: www.arno-schmidt-stiftung.de

 

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

 

Anfahrt: